19
May
2016
0:00 AM

Studiotag 13

Tag 13 Gitarren Soli

Bedeutet Solo nun alleine oder einsam… Das neue Album bietet bewußt ein wenig mehr Platz für Gitarrensoli. Da Mille ja das fette Brett legt, kann, darf, muss ich des öfteren mal die Axt singen lassen. Heute war es soweit. Los geht´s, wie immer mit dem richtigen Sound. Zu diesem Zweck entschloss ich mich den Mark V zu nutzen, da der einfach den cremigeren Solosound produziert. Unter den Augen und Ohren von Tim und Timmy, sowie Gastbeisitzer Ronny musste ich mich an die Paradedisziplin wagen.

Für die Parts hab ich meine Dean from Hell ausgepackt. "Sieht ja aus, wie eine Metalaxt aus Mordor" (O-Ton Tim). Aber die produziert mit ihrem Halspickup echt wunderbar cremige Noten und am Steg dann die Säge für die schnellen Parts. Außerdem will ich auch mal wieder nen Tremolo nutzen. Also ab in den Dime Gedächtnismodus und Finger flitzen lassen:

  1. "Ich fliege" Erstmal warm werden mit ein paar Melodieparts. Im Intro schön das EHX Pitchfork ran und KoRn-lastige Singlenotes produzieren. Nach ein wenig Bastelei klingt das dann auch sehr geil und das Intro ist schnell im Kasten. Bei den Strophen wird das dann schon schwieriger. Die hohen Töne wollen nicht so, wie Tim das will. O-Ton: „Kann man schon so machen, nur stimmen wär geil.“ oder „Ich mag ja den Dreck, den die Sekunde da beim Ausklingen produziert.“ Also Hilfestellung mit Capo auf dem 12. Bund und schon läuft der Rotz.

  2. "Gute Gründe" Knapp 2 Stunden Frickelei an 15 Sekunden Minisolo. Warum musste ich auch diese blöden Alice-in-Chains-Dur-Akkorde-mit-offenen-Saiten nutzen? Keine einfache Tonart erkennbar. Versuch über Versuch bis es endlich mit dem E-Bow und einer getragenen Melodie funktioniert. Mann, Mann, Mann…

  3. "Fehler" Die einfache Punkrocknummer bekommt ein lockeres Wah-Wah-Solo. Endlich passt auch meinem Dominus mal die Idee, die ich dazu mit gebracht habe. Die Gitarre sägt und heult und fertig ist die Lauge. Puh…

  4. "Verrückt" Passend zum Titel auch hier keine einfache Tonart in der Melodie. „Zigeuner-Moll“ nennt der Herr an den Reglern das. Was soll das denn heißen? Nach mehreren vergeblich Anläufen will einfach keine Zweitstimme so richtig passen. Also scheiß auf Terz oder Quinte, einfache Oktaven und gut. Dafür bekommt der Ref nun eine komplett neue Instrumental-Hook. Wie bekomme ich da nur immer das Feedback an die richtige Stelle. Auch hier ist der E-Bow die Lösung. Bin echt mal gespannt, wie das im Mix klingt.

  5. "Für was" Der Mittelpart im 6/8 hat es in sich. Singende Gitarren, Melodielinien rauf und runter und dann ab ins Hiddeldi-Hiddeldi-Solo. Ein paar Takes später steht aber auch das.

Ein Tag mit viel Musiker-Fachsprache für Harmonie-Legastheniker, wie mich: „Kadenz, Latenz, Sekundenbrechung und Lagenverschiebung oder so ähnlich…“. ;-) Gut die Hälfte der Soloparts ist nun im Kasten. Die schweren Brocken kommen aber noch. Morgen ballert endlich der Mille seine ersten Parts ein. Dabei klingt das auch jetzt schon alles so fett. Ich freu mich tierisch auf die Platte. Ihr auch, hoffe ich?!

Ich muss ins Bett Euer Schäff



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